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Denkmalpflege

Haus der Gestalt

2021, Utting
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Wohn- und Geschäftshaus


Auftraggeber
Bettina Sunder-Plassmann

erbrachte Leistung
Lph 1-9

Projektdaten
NGF: 671 m² / BRI: 6.785 m³

Baukosten
€ 1,9 Mio

Fertigstellung
2019
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Kontext

Das heutige Haus der Gestalt am Dorfbrunnen in Utting stammt ursprünglich aus der Zeit des Jugendstil. Es wurde 1899 erbaut und ging zunächst durch mehrere Hände bis es schließlich in den Besitz von Remigius Steinhauser überging und als „Steinhauser-Warenhaus“ zu einem Kaufhaus umgebaut wurde. Lange Zeit beschrieb das Gebäude in der Dorfmitte Uttings damit einen Ort des sozialen Miteinanders. Den glanzvollen Jahren folgte jedoch jahrzehntelanger Leerstand. Das Anwesen wurde vom einstigen Schmuckstück zum ungeliebten Schandfleck mitten im Ort. Durch den Erwerb und den stilechten, sowie sensiblen Umbau durch das Architektenehepaar Sunder-Plassmann wurde Utting sowohl die Dorfmitte als auch ein Stück Geschichte zurückgegeben.

In der Bahnhofstraße 1 als auch im nachträglich in den 1950ern angebauten Nachbarhaus befinden sich heute mehrere Wohnungen, ein Laden, eine Ferienwohnung, ein Grafikbüro als auch das Architekturbüro der beiden Eigentümer Benedikt und Bettina Sunder-Plassmann.

Aufgabe

Grundlegend ist bei diesem Projekt, wie bei vielen unserer Bauvorhaben der Erhalt alter Strukturen in Kombination mit modernen und zeitgemäßen Baumaßnahmen. Unter Berücksichtigung der Geschichte des Gebäudes wurde dem Ort seine Dorfmitte zurück gegeben, sowie Raum geschaffen, um zu Leben und zu Arbeiten.

Einige ursprüngliche Elemente, die zwischenzeitlich abgerissen wurden, allen voran der auffällige Turm mit Kupferhaube und dem darunter befindlichen Erker wurden wieder errichtet. Der untere Teil des Gebäudes bekam einen sogenannten Kamm- oder Besenzugputz. Ausserdem wurden liebevolle, dem Jugendstil typische Details angebracht. Im Inneren des Gebäudes ist es gelungen die ursprünglichen Dachbalken und Treppengeländer zu erhalten. Auch die alten Sprossenfenster, sowie ein original Rundbogenfenster von 1855 konnten hergerichtet werden.

Neben den erhaltenden Maßnahmen wurde das gesamte Gebäude rundum mit Hanf gedämmt. In der Dachgeschoßwohnung sorgen moderne Spitzgauben aus Glas für viel Licht und Weitblick. Und modere Stahlträger sorgen für ein großzügiges Raumgefühl. So ist es gelungen Bestand zu bewahren, anstatt abzureissen und neu zu bauen und dennoch allen Bedürfnissen gerecht zu werden.
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